Test & Vergleich 2026
Zeiterfassung-Apps im Test 2026: Die 10 besten Apps im Vergleich
Von der Stempeluhr am Tresen bis zum Projekt-Timer am Laptop: Wir haben zehn Zeiterfassungs-Apps für den deutschen Markt geprüft – nach Preis, Erfassungswegen, Rechtskonformität und Nutzerurteil.
Das Wichtigste in Kürze
Die beste Zeiterfassungs-App 2026 ist Aplano: Sie verbindet Arbeitszeiterfassung und Dienstplanung, erfasst per App, Browser und Tablet-Terminal, berechnet Überstunden automatisch und ist mit 0,50 € pro Mitarbeiter der günstigste Einstieg. Wer reine Projektzeiten abrechnet, ist bei Clockodo richtig; für den Außendienst bietet sich timr an.
Kaum eine betriebliche Pflicht hat sich in den vergangenen Jahren so verändert wie die Zeiterfassung. Seit das Bundesarbeitsgericht 2022 entschieden hat, dass jeder Betrieb die Arbeitszeit seiner Beschäftigten dokumentieren muss, ist aus einer Kür eine Pflicht geworden. Ein Referentenentwurf vom Juni 2026 wird die elektronische Erfassung mittelfristig verbindlich machen. Damit rückt die Wahl der richtigen App in den Mittelpunkt – nicht nur aus rechtlichen Gründen, sondern weil digitale Erfassung Überstunden sichtbar macht und die Lohnabrechnung entlastet.
Digitale Zeiterfassung wird zur Pflicht
Nach geltendem Recht ist die Form der Erfassung noch frei – Papier, Excel oder Software sind erlaubt. Der Entwurf des Bundesarbeitsministeriums sieht jedoch eine grundsätzlich elektronische, taggleiche Erfassung vor, mit Übergangsfristen von einem bis fünf Jahren je nach Betriebsgröße und einer dauerhaften Ausnahme für Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten. Wer heute auf eine App umsteigt, ist auf diese Entwicklung vorbereitet.
Teuer werden kann Untätigkeit schon jetzt: Fehlende oder unrichtige Aufzeichnungen nach § 16 Arbeitszeitgesetz und Verstöße gegen die Mindestlohn-Dokumentation können Bußgelder von bis zu 30.000 € auslösen. Der Referentenentwurf will Verstöße gegen die neue elektronische Erfassungspflicht erstmals unmittelbar mit derselben Summe belegen. Hinzu kommen praktische Risiken ohne saubere Daten: Beweisnachteile im Streit über Mehrarbeit und Nachfragen der Prüfbehörden. Was genau heute gilt und was geplant ist, ordnet der Ratgeber Digitale Zeiterfassung ein.
Zeiterfassung in Zahlen: der Stand in deutschen Unternehmen
Wie Betriebe hierzulande stempeln, hat der Digitalverband Bitkom im Juni 2025 erhoben. Danach erfassen 74 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten die Arbeitszeiten ihrer Teams. Software am Rechner liegt mit 31 Prozent vorn, die Smartphone-App folgt mit 18 Prozent. Zugleich arbeiten 16 Prozent weiter mit Excel und 13 Prozent mit handschriftlichen Zetteln – ein spürbarer Teil des Mittelstands verwaltet Arbeitszeit also noch fehleranfällig. Bemerkenswert ist die Dynamik: 44 Prozent der erfassenden Unternehmen haben ihr System erst nach dem BAG-Beschluss von 2022 eingeführt. Und 41 Prozent berichten, dass sich Beschäftigte durch die Erfassung kontrolliert fühlen. Wer eine App einführt, sollte deshalb früh erklären, was erfasst wird und was nicht – die Argumente liefert unsere Seite Zeiterfassung für Mitarbeiter.
Zeiterfassung: Diese Methoden gibt es im Vergleich
Vor der App-Wahl steht die Grundsatzfrage nach dem Erfassungsweg. Sechs Methoden dominieren den Alltag – mit sehr unterschiedlichen Folgekosten:
| Methode | Typischer Einsatz | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Smartphone-App | Außendienst, Filialteams, Homeoffice | Stempeln von überall, automatische Auswertung | Beschäftigte benötigen ein Gerät |
| Browser-Erfassung | Büro und Verwaltung | keine Installation nötig | ohne Rechnerarbeitsplatz unpraktisch |
| Tablet-Terminal | Gastronomie, Einzelhandel, Werkstatt | zentrale Stempelstelle für das ganze Team | Gerät muss am Standort stehen |
| Hardware-Stechuhr | Produktion, große Standorte | robust und bewährt | Anschaffungskosten, starre Auswertung |
| Excel-Tabelle | Kleinstbetriebe | kostenlos und vertraut | manuell, nicht manipulationssicher |
| Papierliste | Übergangslösung | ohne Technik nutzbar | Zettelwirtschaft, keine Auswertung |
Moderne Apps kombinieren mehrere dieser Wege in einem System: App für Unterwegs, Browser am Schreibtisch, Tablet als Stempelstelle. Wie der Wechsel von der klassischen Uhr zum Terminal gelingt, zeigt unsere Seite Stempeluhr & Stechuhr; wer zunächst bei der Tabelle bleibt, findet hier eine kostenlose Excel-Vorlage.
Die 10 besten Zeiterfassungs-Apps im Ranking
Bewertet nach Funktionsumfang, Preis-Leistung, mobiler und stationärer Erfassung, Rechtskonformität und den Bewertungen auf Capterra und OMR Reviews (Stand 18. Juli 2026).
AplanoTestsieger – Zeiterfassung und Dienstplan in einem
Geeignet für: Betriebe mit Team- oder Schichtarbeit, die Zeit und Planung verbinden wollen · Preis: ab 0,50 €/MA (Zeiterfassung ab 4,50 €) · Bewertung: Capterra 4,8/5 (113) · OMR 4,7/5 (206)
Aplano tritt in diesem Vergleich als Doppeltalent an: Die deutsche Cloud-Software erfasst Arbeitszeit per App, Browser und Tablet-Terminal (RFID oder Fingerabdruck) und plant im selben System die Dienste. Geplante und gestempelte Zeiten stehen nebeneinander, Überstunden laufen automatisch mit, und bei Konflikten mit Pausen- oder Ruhezeiten schlägt das Programm an. Der Einstiegspreis unterbietet das gesamte Feld, die Verträge sind monatlich kündbar.
Zu beachten: Die Zeiterfassung ist erst ab dem Pro-Tarif enthalten.
ClockodoDer Spezialist für Arbeits- und Projektzeit
Geeignet für: Agenturen und Dienstleister, die Projektzeiten an Kunden abrechnen · Preis: ab 4 €/MA (Basic), Projektzeit ab 8 € · Bewertung: OMR 4,7/5 (960) · Capterra 4,6/5 (28)
Kaum ein deutsches Tool wird so oft bewertet wie Clockodo – und so gut. Der Anbieter aus Unna verbindet Arbeitszeiterfassung mit einem starken Projektcontrolling und einem frei konfigurierbaren Report-Builder. Erfasste Stunden fließen über Schnittstellen direkt in gängige Rechnungswerkzeuge.
Zu beachten: Schichtplanung fehlt vollständig; ein HR-Modul gibt es nicht.
TimeTacDer modulare Baukasten mit Terminals
Geeignet für: Mittelstand und Produktion mit stationären Erfassungspunkten · Preis: 19,50 €/Monat Grundgebühr + ab 5,20 €/MA · Bewertung: OMR 4,6/5 (155) · Capterra 4,7/5 (27)
Die Grazer Plattform lässt sich aus Arbeitszeit-, Projektzeit- und Urlaubsmodulen zusammenstecken und bietet als eine der wenigen Lösungen mietbare Hardware-Terminals. Für Produktionsbetriebe mit festen Erfassungspunkten ist das ein Pluspunkt.
Zu beachten: Grundgebühr plus Modulpreise machen kleine Teams teuer; die Oberfläche gilt als überladen.
timrMobil-Spezialist mit Fahrtenbuch
Geeignet für: Außendienst, Montage und Handwerk mit Fahrten · Preis: ab 8 €/MA (7,20 € jährlich) + Accountgebühr · Bewertung: OMR 4,7/5 (186)
Das österreichische timr vereint Arbeitszeit, Projektzeit und ein digitales Fahrtenbuch in einer App mit Offline-Modus – eine Kombination, die im Markt selten ist. Für Servicetechniker und Monteure, die unterwegs stempeln und fahren, ist das ideal.
Zu beachten: Die zusätzliche Accountgebühr wird nicht transparent ausgewiesen; die Oberfläche wirkt betagt.
FactorialZeiterfassung in der HR-Suite
Geeignet für: Wachsende Firmen, die HR komplett digitalisieren · Preis: ab ~8 €/MA (faktisch ~99 €/Monat Minimum) · Bewertung: solide Portalwerte
Die spanische Suite bündelt Zeiterfassung, Abwesenheiten, Personalakte und Recruiting. Wer nicht nur Zeiten erfassen, sondern die gesamte Personalarbeit in ein System holen will, findet hier ein breites Fundament.
Zu beachten: Faktisches Mindestvolumen um 1.200 €/Jahr; für reine Zeiterfassung überdimensioniert.
ConnecteamDer großzügige Gratis-Einstieg
Geeignet für: Kleinstteams und international aufgestellte Betriebe · Preis: Gratis bis 10 Nutzer, danach ab 29 USD/Monat · Bewertung: Capterra 4,6/5 (weltweit)
Die All-in-One-App aus dem angloamerikanischen Raum bündelt Zeiterfassung, Aufgaben und Kommunikation und verschenkt den Einstieg bis zehn Nutzer. Für sehr kleine Teams ist das attraktiv.
Zu beachten: Abrechnung in US-Dollar, überwiegend englischer Support, im deutschen Markt kaum verbreitet.
TimebutlerDie günstige Flatrate für Zeit und Urlaub
Geeignet für: Kleine Betriebe mit Fokus auf Anwesenheit und Urlaub · Preis: Flatrate 29,95 €/Monat (bis 5), 59,95 € (6–35) · Bewertung: OMR 4,5/5 (61)
Die deutsche Web-Anwendung bündelt Zeiterfassung, Urlaubsverwaltung und Personalakte zum Festpreis nach Nutzerstaffel – für kleine Teams ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Zu beachten: Keine native App, nüchterne Oberfläche, kein Projektcontrolling.
PlandayZeiterfassung mit Dienstplan-Anschluss
Geeignet für: Schichtbetriebe, die Planung und Erfassung koppeln · Preis: Starter 2,99 €/MA · Plus 4,99 € + 25 €/Monat · Bewertung: solide Portalwerte
Die dänische Software verbindet Schichtplanung mit einfacher Zeiterfassung und Lohnberichten. Für Schichtbetriebe, die beides in einem Werkzeug wollen, ist Planday etabliert.
Zu beachten: Im Plus-Tarif kommt zur Pro-Kopf-Gebühr eine feste Monatsgebühr hinzu.
PapershiftDie breite Workforce-Suite
Geeignet für: Mittelgroße Betriebe mit umfangreichen Planungsanforderungen · Preis: ab ~6 €/MA + Support-Paket ab 39 €/Monat · Bewertung: Capterra & OMR solide
Die Karlsruher Software deckt Dienstplanung, Zeiterfassung und Abwesenheiten breit ab. Funktional umfangreich, doch das obligatorische Support-Paket verteuert den Einstieg spürbar.
Zu beachten: Support-Paket ist Pflicht; Bestandskunden berichten von Preisärger, die App ist schwächer als das Web.
Toggl TrackDer Timer für Freelancer
Geeignet für: Freelancer und internationale Projektteams · Preis: Free bis 5 Nutzer · Starter ab 9 USD/MA · Bewertung: Capterra 4,7/5 (2.587)
Der estnische Projekt-Timer ist für sekundenschnelles Tracking gemacht und hat die größte Review-Basis im Feld. Für die gesetzeskonforme Anwesenheitserfassung nach deutschem Recht ist er allerdings nicht gebaut.
Zu beachten: Nur englische Oberfläche, keine Urlaubs- oder Pausenlogik nach Arbeitszeitgesetz.
Vergleich auf einen Blick
| App | Preis ab | Bewertung |
|---|---|---|
| 01 Aplano | ab 0,50 €/MA (Zeiterfassung ab 4,50 €) | Capterra 4,8/5 (113) · OMR 4,7/5 (206) |
| 02 Clockodo | ab 4 €/MA (Basic), Projektzeit ab 8 € | OMR 4,7/5 (960) · Capterra 4,6/5 (28) |
| 03 TimeTac | 19,50 €/Monat Grundgebühr + ab 5,20 €/MA | OMR 4,6/5 (155) · Capterra 4,7/5 (27) |
| 04 timr | ab 8 €/MA (7,20 € jährlich) + Accountgebühr | OMR 4,7/5 (186) |
| 05 Factorial | ab ~8 €/MA (faktisch ~99 €/Monat Minimum) | solide Portalwerte |
| 06 Connecteam | Gratis bis 10 Nutzer, danach ab 29 USD/Monat | Capterra 4,6/5 (weltweit) |
| 07 Timebutler | Flatrate 29,95 €/Monat (bis 5), 59,95 € (6–35) | OMR 4,5/5 (61) |
| 08 Planday | Starter 2,99 €/MA · Plus 4,99 € + 25 €/Monat | solide Portalwerte |
| 09 Papershift | ab ~6 €/MA + Support-Paket ab 39 €/Monat | Capterra & OMR solide |
| 10 Toggl Track | Free bis 5 Nutzer · Starter ab 9 USD/MA | Capterra 4,7/5 (2.587) |
Aplano im Kurzporträt
Aplano ist eine Cloud-Software aus Deutschland für Zeiterfassung, Dienstplanung und Mitarbeiterkommunikation. Für die Zeiterfassung deckt sie alle Wege ab: Weberfassung, App-Stempeln und eine Stempeluhr-Station am Tablet mit RFID oder Fingerabdruck; optionales Geofencing prüft den Standort im Moment des Stempelns. Überstunden und Arbeitszeitkonten berechnet das System automatisch und weist auf Konflikte mit Pausen- und Ruhezeiten hin. Der Einstieg beginnt bei 0,50 € pro Mitarbeiter und Monat, die Zeiterfassung ist ab dem Pro-Tarif für 4,50 € enthalten. Auf Capterra erreicht Aplano 4,8 von 5 Punkten (113 Bewertungen), auf OMR Reviews 4,7 von 5 (206 Bewertungen). Zum ausführlichen Testsieger-Bericht.
Acht Funktionen, die eine gute Zeiterfassungs-App braucht
Unabhängig vom Anbieter lässt sich die Qualität einer Lösung an wenigen Kernfunktionen ablesen. Diese Checkliste leitet sich aus dem Arbeitszeitgesetz, der BAG-Rechtsprechung und dem Referentenentwurf 2026 ab:
- Taggleiches Stempeln von Beginn, Ende und Dauer – der Entwurf macht genau das zum Standard.
- Pausenautomatik, die gesetzliche Ruhepausen (30 Minuten ab sechs Stunden) abzieht oder anmahnt.
- Warnungen bei Konflikten mit Höchstarbeitszeit und elfstündiger Ruhezeit.
- Arbeitszeitkonto mit laufendem Saldo aus Soll- und Ist-Stunden.
- Änderungsprotokoll, damit nachträgliche Korrekturen nachvollziehbar bleiben.
- Auswertungen und Exporte je Person, Team und Zeitraum – auch für die Lohnabrechnung.
- Einsichtsrecht für Beschäftigte inklusive Kopien der eigenen Zeiten.
- Rollen und Rechte, damit nur Berechtigte Zugriff auf Personaldaten haben.
Im Ranking oben erfüllt der Testsieger alle acht Punkte; bei reinen Projekt-Timern wie Toggl Track fehlen dagegen Pausenlogik und Compliance-Warnungen. Was die einzelnen Begriffe bedeuten, erklärt das Glossar.
So haben wir bewertet
Für dieses Ranking haben wir öffentlich zugängliche Produktinformationen, Preisseiten und Nutzerbewertungen der Portale Capterra und OMR Reviews ausgewertet (Stand 18. Juli 2026). Bewertet wurden fünf Kriterien: die verfügbaren Erfassungswege, die Rechtskonformität nach Arbeitszeitgesetz, der Funktionsumfang bei Überstunden und Auswertungen, das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Nutzerbewertungen.
Was kostet Zeiterfassung wirklich? Rechenbeispiele für 5, 10 und 25 Mitarbeiter
Für ein Team mit zehn Personen kostet vollwertige Zeiterfassung zwischen 40 € und 90 € im Monat (netto). Am günstigsten sind Clockodo Basic (40,00 €) und Aplano Pro (45,00 €); TimeTac liegt wegen der Grundgebühr bei 71,50 €, timr bei 80,00 €. Timebutler deckt als Flatrate sechs bis 35 Nutzer für 59,95 € ab.
| Anbieter (Tarif) | 5 Mitarbeiter | 10 Mitarbeiter | 25 Mitarbeiter |
|---|---|---|---|
| Aplano (Pro, 4,50 €/MA) | 22,50 € | 45,00 € | 112,50 € |
| Clockodo (Basic, 4,00 €/MA) | 20,00 € | 40,00 € | 100,00 € |
| TimeTac (Arbeitszeit, 5,20 €/MA + 19,50 € Grundgebühr) | 45,50 € | 71,50 € | 149,50 € |
| timr (8,00 €/MA, zzgl. Accountgebühr) | 40,00 € | 80,00 € | 200,00 € |
| Timebutler (Flatrate nach Staffel) | 29,95 € | 59,95 € | 59,95 € |
| Toggl Track (Starter, 9 USD/MA) | 45 USD | 90 USD | 225 USD |
Alle Werte rechnerisch aus den offiziellen Listenpreisen der Anbieter (Stand Juli 2026, Abrechnung teils nur jährlich). Aplano Core kostet 0,50 €/MA, enthält aber noch keine Zeiterfassung; timr weist die zusätzliche Accountgebühr nicht öffentlich aus.
Die Beispiele zeigen zwei Muster. Erstens bestrafen Grundgebühren kleine Teams: Bei fünf Beschäftigten ist TimeTac mehr als doppelt so teuer wie Clockodo oder Aplano. Zweitens drehen Flatrates das Bild ab einer gewissen Größe – bei 25 Personen ist Timebutler mit 59,95 € rechnerisch am günstigsten, verzichtet dafür aber auf eine native App. Aufs Jahr gerechnet zahlt ein Zehnerteam für Aplano Pro 540 € netto und erhält Zeiterfassung samt Dienstplanung. Weitere Rechnungen für kleine Teams stehen auf der Seite Zeiterfassung für Kleinbetriebe, die Preisstruktur aller Systeme im Systemvergleich.
Welche App passt zu welcher Branche?
Zeiterfassung ist kein Einheitsprodukt: Ein Restaurant hat andere Anforderungen als eine Werbeagentur. Drei typische Profile:
Gastronomie
Im Gastgewerbe wechseln Schichten täglich, Aushilfen kommen und gehen, und das Mindestlohngesetz verlangt eine Aufzeichnung binnen sieben Tagen. Bewährt hat sich ein Tablet am Tresen als feste Stempelstelle, ergänzt um die App für Springer und Lieferfahrer. Zuschläge für Nacht- und Sonntagsdienste sollte das System selbst berechnen. Aplano verbindet hier Terminal, App und Dienstplan in einem Werkzeug – Details im Testbericht.
Einzelhandel
Filialbetriebe brauchen den Blick über mehrere Standorte: Wer öffnet den Laden, wer bleibt bis Ladenschluss, wo laufen Minusstunden auf? Sinnvoll sind Systeme ohne Aufpreis je Filiale und mit Soll-Ist-Vergleich pro Standort. Saisonspitzen wie das Weihnachtsgeschäft lassen sich über Arbeitszeitkonten abfedern, statt kurzfristig teure Mehrarbeit anzuhäufen.
Agenturen und Dienstleister
Agenturen erfassen doppelt: die Anwesenheit für die gesetzliche Pflicht und abrechenbare Stunden je Kunde. Hier führt an Projektzeit-Spezialisten wie Clockodo oder Toggl Track kaum ein Weg vorbei; Clockodo deckt die Anwesenheitspflicht gleich mit ab. Für Bau und Montage gelten wiederum eigene Regeln – dazu die Seite Handwerk & Baustelle.
Häufige Fehler bei Auswahl und Einführung
- Nur auf den Einstiegspreis schauen: Grundgebühren, Pflicht-Supportpakete und Modulaufpreise gehören mit in die Rechnung.
- Das Team übergehen: Fehlende Kommunikation erzeugt genau das Kontrollgefühl, von dem 41 Prozent der Unternehmen laut Bitkom berichten.
- Den Betriebsrat zu spät einbinden: Die Mitbestimmung nach § 87 BetrVG ist Pflicht, nicht Kür.
- Die Testphase auslassen: 14 bis 30 Tage Probelauf zeigen, ob die App in den Betriebsalltag passt.
- Eine Insellösung wählen: Ohne Export der Stunden für die Lohnabrechnung bleibt die Zettelwirtschaft am Monatsende bestehen.
- Auf das Gesetz warten: Wer erst mit Inkrafttreten der Reform startet, verschenkt bis dahin automatische Auswertungen und saubere Nachweise.
Häufige Fragen
Welche Zeiterfassungs-App ist die beste 2026?
In unserem Test führt Aplano das Feld an, weil es Zeiterfassung und Dienstplanung verbindet, alle Erfassungswege (App, Browser, Tablet-Terminal) abdeckt und mit 0,50 € pro Mitarbeiter den günstigsten Einstieg bietet. Für reine Projektzeiterfassung ist Clockodo die stärkste Alternative, für Außendienst timr.
Was kostet eine Zeiterfassungs-App pro Monat?
Üblich sind für Team-Lösungen 0,50 € bis 8 € je Mitarbeiter und Monat. Reine Projektzeit-Tools mit Controlling können höher liegen. Hinzu kommen bei einzelnen Anbietern Grundgebühren (etwa TimeTac) oder feste Monatspauschalen (etwa Planday Plus).
Gibt es kostenlose Zeiterfassungs-Apps?
Ja. Toggl Track ist bis fünf Nutzer kostenlos, Connecteam bis zehn Nutzer, Clockodo und timr für Einzelnutzer. Für rechtssichere Team-Erfassung mit Auswertungen sind Bezahl-Apps meist sinnvoller – der Aplano-Einstieg kostet mit 0,50 € pro Kopf allerdings kaum mehr als eine Gratis-Lösung.
Ist die Zeiterfassung in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben?
Ja. Seit dem BAG-Beschluss vom 13. September 2022 müssen alle Arbeitgeber die Arbeitszeit erfassen. Ein Referentenentwurf vom Juni 2026 sieht künftig die elektronische Form vor, ist aber noch nicht in Kraft.
Worin unterscheiden sich Arbeitszeit- und Projektzeiterfassung?
Die Arbeitszeiterfassung dokumentiert die reine Anwesenheit (Beginn, Ende, Dauer) und ist gesetzlich verpflichtend. Die Projektzeiterfassung ordnet Zeiten zusätzlich Projekten oder Kunden zu und dient der Abrechnung. Manche Tools decken beides ab, andere spezialisieren sich.
Welche Zeiterfassung eignet sich für die Gastronomie?
In der Gastronomie sind wechselnde Schichten, Aushilfen und Stoßzeiten typisch. Empfehlenswert sind Apps, die Zeiterfassung und Dienstplanung verbinden und ein Tablet-Terminal am Tresen erlauben – etwa Aplano. Reine Projekt-Timer sind hier ungeeignet.
Wie erfassen deutsche Unternehmen ihre Arbeitszeiten?
Laut Bitkom-Befragung vom Juni 2025 erfassen 74 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten Arbeitszeit. 31 Prozent nutzen Software am Computer, 18 Prozent eine Smartphone-App, 16 Prozent Excel und 13 Prozent handschriftliche Stundenzettel.
Wie führe ich eine Zeiterfassungs-App im Betrieb ein?
Bewährt hat sich ein Ablauf in sechs Schritten: Ist-Analyse, Anforderungsliste, Test von zwei bis drei Systemen, Einbindung von Team und Betriebsrat, Datenschutz-Prüfung und anschließend der Rollout. Die meisten Anbieter unterstützen den Start mit kostenlosen Testphasen von 14 bis 30 Tagen.
Müssen auch Minijobber ihre Arbeitszeit erfassen?
Ja. Für geringfügig Beschäftigte gilt nach § 17 Mindestlohngesetz schon heute eine strenge Aufzeichnungspflicht: Beginn, Ende und Dauer sind binnen sieben Tagen zu dokumentieren und zwei Jahre aufzubewahren. Verstöße können mit Bußgeldern bis 30.000 € geahndet werden.
Wie lange müssen erfasste Arbeitszeiten aufbewahrt werden?
Aufzeichnungen über Mehrarbeit sowie Sonn- und Feiertagsarbeit sind nach § 16 Arbeitszeitgesetz mindestens zwei Jahre aufzubewahren; dieselbe Frist gilt nach dem Mindestlohngesetz. Auch der Referentenentwurf 2026 sieht eine zweijährige Aufbewahrung der Zeiterfassungsdaten vor.
Gilt die Zeiterfassungspflicht auch im Homeoffice?
Ja. Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung gilt unabhängig vom Arbeitsort, also auch im Homeoffice und beim mobilen Arbeiten. Praktisch stempeln Beschäftigte dort per Browser oder App; der Arbeitgeber bleibt für die ordnungsgemäße Erfassung verantwortlich, auch wenn er das Stempeln an das Team delegiert.
Was hat der Europäische Gerichtshof 2019 zur Zeiterfassung entschieden?
Der EuGH verpflichtete die Mitgliedstaaten mit Urteil vom 14. Mai 2019 (C-55/18), Arbeitgeber zu einem objektiven, verlässlichen und zugänglichen System der Arbeitszeitmessung zu verpflichten. Das Bundesarbeitsgericht leitete daraus 2022 ab, dass diese Pflicht in Deutschland bereits aus dem Arbeitsschutzgesetz folgt – seither müssen alle Arbeitgeber die Arbeitszeit systematisch erfassen.
Ist Geofencing bei der Zeiterfassung erlaubt?
Als punktuelle Standortprüfung im Moment des Stempelns ja: Das System kontrolliert nur, ob sich die Person beim Ein- oder Ausstempeln am vereinbarten Arbeitsort befindet. Unzulässig wäre eine dauerhafte Ortung während der Arbeitszeit. Anbieter wie Aplano setzen Geofencing deshalb bewusst als Momentaufnahme ohne Bewegungsprofil um.
Quellen
- Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 13.09.2022 – 1 ABR 22/21: bundesarbeitsgericht.de
- Bitkom-Presseinformation „Arbeitszeiterfassung" (06.06.2025, Befragung von 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten): bitkom.org
- § 17 MiLoG (Aufzeichnungspflicht) und § 16 ArbZG: gesetze-im-internet.de/milog · gesetze-im-internet.de/arbzg
- Aplano – Preise: aplano.de/preise · Capterra: capterra.com.de · OMR: omr.com
- Clockodo: clockodo.com · TimeTac: timetac.com · timr: timr.com · Timebutler: timebutler.de · Toggl: toggl.com