Zeiterfassung Apps Zum Vergleich

Branche

Zeiterfassung im Handwerk & auf der Baustelle

Auf der Baustelle gelten eigene Regeln: kein WLAN, wechselnde Orte, Nachweispflichten. Welche Zeiterfassung dort funktioniert – und was das Mindestlohngesetz verlangt.

Im Handwerk und auf Baustellen braucht Zeiterfassung mobile, oft offline-fähige Apps mit GPS-Stempelung. Besonders geeignet sind Lösungen wie timr (mit Fahrtenbuch) und Aplano (mit Geofencing). Zu beachten: In der Baubranche gilt nach dem Mindestlohngesetz eine besonders strenge Aufzeichnungspflicht.

Anforderungen auf der Baustelle

Geeignete Tools

timr ist auf mobile Teams zugeschnitten und bringt ein digitales Fahrtenbuch mit. Aplano erlaubt Geofencing-Stempelungen und ordnet Zeiten Standorten zu. TimeTac bietet robuste Terminals für den Bauhof.

Wichtig: Aufzeichnungspflicht nach Mindestlohngesetz

Im Baugewerbe und weiteren in § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz genannten Branchen müssen Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit spätestens innerhalb von sieben Tagen aufgezeichnet und zwei Jahre aufbewahrt werden. Eine App, die das automatisch dokumentiert, senkt hier das Bußgeldrisiko erheblich.

Welche Branchen trifft die Mindestlohn-Dokumentation besonders?

Streng dokumentieren müssen die elf Wirtschaftsbereiche aus § 2a Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz – darunter Baugewerbe, Gebäudereinigung, Speditions- und Logistikgewerbe, Gaststätten, Messebau sowie das Wach- und Sicherheitsgewerbe. Seit Anfang 2026 zählen auch Friseur- und Kosmetikbetriebe und plattformbasierte Lieferdienste dazu. Zusätzlich gilt die Pflicht für alle Arbeitgeber von Minijobbern.

Kontrolliert wird die Einhaltung durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls, häufig unangekündigt auf der Baustelle. Fehlende oder verspätete Aufzeichnungen kosten bis zu 30.000 €; wird der Mindestlohn unterschritten, reicht der Rahmen bis 500.000 €. Ab 2.500 € Geldbuße droht zudem der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen – für Bauunternehmen oft der teuerste Nebeneffekt. Eine App mit taggenauer Stempelung erzeugt die geforderten Nachweise nebenbei und hält sie im Zugriff, wenn der Prüfer sie sehen will.

Drei Situationen aus dem Montage-Alltag

Morgens ab Lager: Der Trupp lädt um 6:45 Uhr Material, gestempelt wird per App beim Eintreffen am Lager. Die Fahrt zur Baustelle ordnet timr über das Fahrtenbuch zu – wichtig für die Frage, welche Zeiten als Arbeitszeit zählen und welche Fahrten abrechenbar sind.

Keller ohne Empfang: Im Rohbau bricht das Netz ab. Eine offline-fähige App puffert die Buchungen lokal und synchronisiert sie am Nachmittag – ohne Lücken im Stundenzettel und ohne Zettel im Handschuhfach.

Notdienst am Samstag: Der Monteur rückt zum Wasserschaden aus. Die App stempelt den Einsatz mit Datum und Uhrzeit, hinterlegte Zuschläge für Wochenendarbeit fließen direkt in die Auswertung und von dort in die Lohnabrechnung.

Von der erfassten Stunde zur Nachkalkulation

Auf der Baustelle ist die Zeiterfassung doppelt wertvoll: Sie erfüllt die Pflicht und liefert nebenbei die Datenbasis fürs Angebot. Wer Stunden je Baustelle oder Auftrag bucht, sieht nach Projektende, ob die kalkulierten Stunden gereicht haben – und kalkuliert das nächste Gewerk realistischer. Voraussetzung ist eine App mit Projekt- oder Objektzuordnung beim Stempeln, wie sie timr und Aplano bieten. Faustregel aus der Praxis: Schon wenige Prozent genauere Kalkulation übersteigen die Softwarekosten von 4,50 bis 8 € je Mitarbeiter deutlich. Wie sich die Systeme preislich unterscheiden, zeigt der Systemvergleich; die Kostenrechnung für kleine Betriebe steht auf der Seite Kleinbetriebe.

Empfehlung Handwerk

Für Betriebe mit vielen Fahrten ist timr stark; wer Zeiterfassung und Einsatzplanung verbinden will, fährt mit Aplano und Geofencing gut.

Häufige Fragen

Welche Zeiterfassung eignet sich fürs Handwerk?

Mobile, offline-fähige Apps mit GPS-Stempelung wie timr oder Aplano. Wichtig sind Projektzuordnung und eine robuste, einfache App für den Baustellenalltag.

Gilt für Baustellen eine besondere Aufzeichnungspflicht?

Ja. Im Baugewerbe gilt nach dem Mindestlohngesetz eine strenge Pflicht: Arbeitszeiten sind binnen sieben Tagen aufzuzeichnen und zwei Jahre aufzubewahren.

Ist GPS-Tracking auf der Baustelle erlaubt?

Nur als punktuelle Standortprüfung beim Stempeln. Eine dauerhafte Standortüberwachung der Beschäftigten ist datenschutzrechtlich unzulässig.

Wie stempeln Mitarbeiter ohne Netzempfang?

Mit einer offline-fähigen App: Sie speichert die Buchung lokal auf dem Gerät und überträgt sie automatisch, sobald wieder Verbindung besteht. Der Stundenzettel bleibt dadurch auch im Keller oder auf Landbaustellen lückenlos.

Welche Bußgelder drohen bei Verstößen auf dem Bau?

Fehlende oder verspätete Aufzeichnungen nach dem Mindestlohngesetz kosten bis zu 30.000 €, die Nichtzahlung des Mindestlohns bis zu 500.000 €. Ab 2.500 € Geldbuße kann zusätzlich der Ausschluss von öffentlichen Vergaben folgen.

Reicht der Papier-Wochenzettel im Handwerk noch?

Formal ja, solange er binnen sieben Tagen vollständig vorliegt. Praktisch ist er riskant: Zettel gehen im Fahrzeug verloren, Nachträge sind kaum beweisfest, und die Übertragung ins Büro kostet jede Woche Zeit. Eine App dokumentiert dieselben Daten nebenbei.

Zählt die Fahrt zur Baustelle als Arbeitszeit?

Die Fahrt vom Betrieb zur Baustelle zählt in der Regel zur Arbeitszeit, der Weg von zu Hause direkt zur ersten Baustelle dagegen meist nicht – maßgeblich sind Arbeitsvertrag und Tarifregelungen. Eine App mit getrennten Zeitarten macht Fahrt-, Arbeits- und Pausenzeiten sauber unterscheidbar und erspart Diskussionen bei der Abrechnung.

Was kostet Zeiterfassung für einen Handwerksbetrieb?

Für einen Betrieb mit zehn Beschäftigten liegen die Softwarekosten zwischen rund 45 und 80 € im Monat (netto, Stand Juli 2026): Aplano Pro kostet 45,00 € inklusive Geofencing und Einsatzplanung, timr rund 80,00 € zuzüglich Accountgebühr, dafür mit Fahrtenbuch. Zusätzliche Hardware ist meist unnötig, weil die Smartphones der Monteure als Stempelgerät dienen.

Quellen